7.6.2. Direkte Gradientenanalyse (CCA) der 0,1 ha Flächen
Im Anschluß wird nun auf die kanonische Korrespondenzanalyse sämtlicher bearbeiteter o,1 ha Flächen eingegangen. Wie bereits in Kapitel 4.4.1.2. beschrieben, werden hier Umweltparameter mit in die Ordination einbezogen, so daß Zusammenhänge zwischen der Vegetation und dieser Umweltparameter ersichtlich werden.
Das umfassendste Bild zeigte sich bei Analyse aller Flächen. Die Herausnahme vermeintlicher „Ausreißer“ wie Aufnahme 14427 führte zu keinem befriedigenden Ergebnis.
Anhand dieses Kapitels sollen die bisher erarbeiteten Beziehungen zwischen Vegetation und Standort zusammenfassend überprüft werden.
Wie aus der Abbildung 40 hervorgeht, können bei gleichzeitiger Analyse der Vegetationsdaten und gemessenen Umweltparameter vier Hauptgradienten unterschieden werden.

Abb. 40 : CCA sämtlicher 2003 bearbeiteter 0,1 ha Flächen
Der bedeutendste Gradient geht in Richtung der Rivierflächen, die sich ganz deutlich von allen anderen Flächen unterscheiden. Dies ist nicht weiter erstaunlich. Besitzen doch die Rivierflächen als azonale Sonderstandorte nicht nur eine andere Flora, sondern auch die edaphischen Bedingungen, besonders aber die größere Bodenfeuchte, unterscheiden diese Flächen von allen anderen. Schon in TWINSPAN wurden die Rivierflächen auf beiden Observatorien von anderen Standorten getrennt dargestellt.
Deutlich isoliert steht die Rivierfläche auf Gellap-Ost (14427), die auch in TWINSPAN als eigene Ordnung von allen anderen Flächen der Gellap-Seite separiert wurde (s. Quadrant 2).
In Quadrant 1 wird deutlich, daß alle übrigen auf Nabaos lokalisierten Rivierflächen zwar näher zusammenstehen, aber auch zwanglos zwei Gruppen zugeordnet werden können. Gruppe 1 umfasst mit den Aufnahmen 16005, 16006, 16007 drei unmittelbar der Wasserstelle in Nuwefontein benachbarte Rivierflächen, die die stark degradierten Rivierflächen auf Nabaos repräsentieren. Auf diesen Flächen wurden die höchsten pH-Werte und Leitfähigkeiten festgestellt. 16022, eine relativ intakte Fläche des Riviertransektes, ist aufgrund des extrem tonhaltigen Bodens und der damit in Zusammenhang stehenden hohen Leitfähigkeitswerte dieser Gruppe nahestehend.
Der zweite Block setzt sich aus den etwas intakteren Rivierflächen zusammen, wobei die Aussage zutrifft, das die Rivierflächen um so intakter sind, je näher sie der Rivierfläche 14427 in der Ordination stehen.

Abb. 41 : Quadrant 1

Abb. 42 : Quadrant 2
Der zweitwichtigste Gradient ist der pH-Wert der Flächen. Wie im Bodenteil dargelegt, unterscheiden sich die Observatorien in ihrem Carbonatgehalt und damit auch in ihrem pH-Wert, wobei die Flächen auf Nabaos tendenziell basischer sind.
So gehören dann auch fast sämtliche oberhalb der 0-Linie der y Koordinate angeordnete Flächen zum Observatorium Nabaos oder dem Nuwefontein Communal Land, während die auf Gellap-Ost lokalisierten Flächen als Cluster im negativen Bereich der y-Achse angeordnet sind.
Der drittwichtigste Gradient ist der Carbonatgehalt der Flächen, wobei dieser Vektor erwartungsgemäß in Richtung des den pH-Gradienten anzeigenden Vektors gerichtet ist. Da der pH-Wert an die Carbonathaltigkeit der Böden geknüpft ist, war dies zu erwarten.
An vierter Stelle stehen die Flächen der Ebene denen des Riviers als weiterer wichtiger Gradient gegenüber. Auch hier ist wieder die strikte Aufteilung der Flächen beider Observatorien zu beobachten.
Die Hangflächen und Hangfußflächen stehen unmittelbar benachbart und weisen in den Raum hinter der Papierebene.
Es unterscheiden sich also - wie die Bodenauswertung bereits zeigte - die Hauptstandorttypen der Ebene, Riviere und Hänge deutlich voneinander, wohingegen die Hangfußstandorte in vielerlei Hinsicht den Hängen am ähnlichsten sind. In Richtung der Hänge weist auch der die Tonhaltigkeit der Böden anzeigende Vektor. Wie im Bodenteil herausgearbeitet wurde, finden sich die Böden mit höchstem Tonanteil größtenteils im Bereich der Hänge.
Die Eigenvalues sind von unterschiedlicher Höhe. Der Eigenvalue des Riviergradienten liegt bei 0,832. Dies verdeutlicht noch einmal die Bedeutung dieses Gradienten. Der Wert für den pH-Gradienten beträgt 0,580. Auch hier ist die Eigenständigkeit – wenn auch in geringerem Maße – klar umfaßt.
Dagegen liegen die Werte der Gradienten Kalk und Ebene bei 0,370 bzw. 0,326. Die Eigenständigkeit dieser Aufnahmen ist damit wesentlich geringer.
Lfg Kalk

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Abb. 43 : Quadrant 4

Abb. 44 : Quadrant 3
7.6.3. Zusammenfassung
Die Ordination macht wieder einmal die deutliche Trennung der abiotisch sehr ähnlichen Flächen beider Observatorien deutlich, die allein durch die großen Unterschiede in der Intensität der Landnutzung hervorgerufen wird, deren Einfluß gar nicht überschätzt werden kann.
Ergab die indirekte Gradientenanalyse als wichtigsten Gradienten die unterschiedlich starke landwirtschaftliche Nutzung der Flächen, so läßt sich der besonders für Nabaos bei der DCA festgestellte stark ausgeprägte Nutzungsgradient mit Hilfe der Umweltparameter nur unzulänglich darstellen, findet also in der direkten Gradientenanalyse nicht den entsprechenden Ausdruck.
Der Feuchtegradient des Bodens wurde dagegen durch beide Ordinationen verdeutlicht. Auch die jeweilige Gruppierung der den verschiedenen Hauptstandorttypen zugehörigen Flächen ist beiden Ordinationen zu entnehmen.
Um die Folgen der unterschiedlichen Landnutzung auf die Vegetation beider Flächen noch deutlicher zu machen, soll im folgenden Kapitel detaillierter auf die Unterschiede in der Vegetation beider Observatorien eingegangen und so dargestellt werden, welche Bedeutung diesen festgestellten Unterschieden bezogen auf die Artenvielfalt, die Deckungswerte und die Verteilung verschiedener Strategietypen zukommt.